Abasi berichtet über die Versorgung mit Lebensmitteln in seiner Heimat Mali: „Morgens gibt es meistens gar nichts zu essen, wenn doch, dann essen wir Hirsesuppe, eine Art Mehlsuppe.

Sie wird aus den Resten des Vortages zubereitet. Zum Mittagessen essen wir stets das Gleiche wie zum Abendbrot und das ist in der Regel Hirsebrei mit Soße. Abwechslung in unserem Speiseplan gibt es nur zur Regenzeit, wenn meine Mutter uns Blätter der Bäume mit in die Soße mischt. Fleisch oder Gemüse gibt es nur zu besonderen Feier- und Festtagen und dann auch nicht für alle. Das Fleisch bekommen immer zunächst die Erwachsenen. Wir Kinder bekommen das, was an den Knochen zum Abnagen übrig bleibt. Das ist meist nur wenig, aber der Hirsebrei macht ja auch schon sehr satt.“ Du siehst, die Menschen in der Sahelzone werden meistens zwar satt, essen aber immer das Gleiche, was langfristig zu einer Mangelernährung führt, weil wichtige Vitamine fehlen. Infolgedessen sind vor allem Kinder anfällig für Krankheiten, sodass sich die traditionell einseitige Ernährung der Bevölkerung auch in der hohen Kindersterblichkeit widerspiegelt.

Auf den Märkten in Mali gab es lange Zeit kaum Gemüse zu kaufen. Grund hierfür war die Konzentration auf die traditionellen Anbaufrüchte Hirse und Bohnen, von denen die Menschen sich schon seit Jahrzehnten ernährten. Dieses Bild hat sich in den letzten 30 Jahren zunehmend gewandelt. Heute gibt es Stände mit Tomaten, Zwiebeln, Weißkohl und Möhren. Der Gemüseanbau hat für die Menschen viele Vorteile: Gemüse ist gesund und bringt Abwechslung auf den Speiseplan. Ferner lassen sich mit dem Verkauf von Gemüse vor allem in den Städten hohe Gewinne erzielen, denn die Nachfrage dort ist besonders groß. Da der Gemüseanbau neben ausreichend Fläche auch Wasser benötigt und die Ackerflächen in der Regenzeit jedoch weiterhin für den Hirseanbau benötigt werden, kann der Gemüseanbau folglich nur zu Beginn der Trockenzeit (Dezember – März) stattfinden und wird deshalb als "antisaisonal" bezeichnet. Angelegt werden diese Gemüsegärten bevorzugt in Senken und Tälern, da sich das Regenwasser dort sammelt und der Boden dementsprechend fruchtbar ist. Die dort wachsenden Bäume sind zudem ideale Schattenspender und sorgen für einen relativ hohen Feuchtigkeitsgehalt der Luft. Im tagsüber ca. 30°C warmen Winter wird es nachts jedoch recht kühl, was die Verdunstung und damit die Wasserverluste im Boden insgesamt stark reduziert. Alles in allem zwar vorteilhafte Standortbedingungen für den Gemüse- und Obstanbau, die die tägliche Bewässerung aber dennoch notwendig machen. Aus diesem Grund müssen neben Brunnen auch künstliche Mulden und Löcher gegraben werden, die Regenwasser für die Bewässerung sammeln. Auf diese Weise verdunstet und versickert es nur langsam, was wiederum den Vorteil hat, dass es den Grundwasserspiegel auf einem ausreichenden Niveau aufrecht erhält. Das Regenwasser läuft zudem nicht mehr oberhalb der Erde ab, sodass es keinen kostbaren Boden wegschwemmt. Zum Schutz vor Ziegen und Kühen müssen die Gemüsegärten umzäunt werden, da die Tiere überall frei herumlaufen. Die Gemüsegärten leisten einen wichtigen Beitrag zu einer gesunden Ernährung.