Immer mehr Menschen
In Mali wächst die Bevölkerung sehr stark (siehe Tabelle). Voraussichtlich wird sie in den kommenden Jahren noch weiter wachsen. Vor allem die sesshaften Menschen haben daran einen großen Anteil. In den Jahren, als die Bevölkerungszahl noch sehr gering war, reichten die produzierten Nahrungsmittel, doch mit der Bevölkerungszunahme wurde es immer schwieriger die Versorgung zu gewährleisten.
Da immer mehr Hirse zur Selbstversorgung und zum Verkauf benötigt wurden, reichten die Ackerflächen bald nicht mehr aus und mussten erweitert werden. Dies führte zu einer Verkürzung der Brachezeiten, was wiederum zu einer Qualitätsminderung des Bodens führte. In der Brachezeit kann sich der Boden erholen, fällt diese weg, werden die Erträge geringer und es kann zu Ernteausfällen kommen. Dann müssen sich die Bauern neue Anbauflächen suchen.
Immer größere Flächen für den Export
Mit Exportfrüchten wie z.B. Erdnüssen oder Baumwolle lässt sich deutlich mehr Geld als mit Hirse verdienen. Deshalb setzten landwirtschaftliche Großbetriebe auf den Anbau dieser Früchte. Sie vergrößern ihre Anbauflächen, um noch mehr Profit zu machen und verdrängen die dort lebende Bevölkerung. Viele Staaten unterstützen das Vorgehen dieser zumeist ausländischen Betriebe und verkaufen das Land, welches oftmals seit Generationen von den Bewohnern genutzt wurde, ihnen aber nicht gehörte.< b>Anbau verlagert sich nordwärts< /b>Die vertriebene Bevölkerung wanderte infolge dieser Entwicklung immer weiter nach Norden und erschloss sich dort neue landwirtschaftliche Nutzflächen. Hier ist der Ackerbau jedoch deutlich risikoreicher als im Süden. Aufgrund der klimatischen Gegebenheiten müssen die Felder intensiver bewässert werden. Die lebenswichtigen Wasserreserven werden schneller verbraucht und die starke Bewässerung führt zu Bodenversalzung, da das Wasser hier schneller verdunstet und das enthaltene Salz auf den Böden zurückbleibt. Das Wachstum der Pflanzen wird dadurch erheblich erschwert.
Was tun, wenn das Land knapp wird?
Um mit diesen erschwerten Bedingungen leben zu können, haben die Menschen in der Sahelzone verschiedene Strategien entwickelt. Sie suchen sich neue Einkommensquellen, unterstützen sich gegenseitig oder sammeln wild wachsende Pflanzen zur Nahrungsergänzung. Als letzter Ausweg bleibt nur das Verlassen der Heimat.


