Die Nomaden haben schon vor Jahrhunderten ihre Lebens- und Wirtschaftsweise perfekt an die Natur angepasst. In der Regenzeit blieben sie im Norden der Sahelzone. Setzte die Trockenzeit ein, wanderten sie mit ihrer Herde nach Süden. Hier war es deutlich feuchter.
Die abgeernteten Felder der sesshaften Bauern wurden von ihnen als Weidefläche genutzt. Die Lebensgrundlage der Nomaden war das Vieh. Es diente auch als Tauschmittel gegen andere Waren. Damit dieses System funktionieren konnte, musste die Zahl und Größe der Herden gering gehalten werden. Das vorhandene Futter und Wasser sollte schließlich für alle Tiere reichen, auch in trockenen Jahren.
Die Herden wurden größer
Da aber die Bevölkerungszahl in Mali und den Nachbarländern stark anstiegt, wuchs auch die Anzahl und Größe der Viehherden. Der Tauschhandel war in der Zwischenzeit abgeschafft worden. Waren mussten nun mit Geld bezahlt werden, weshalb die Nomaden gezwungen waren, ihr Vieh zu verkaufen. Ein großes Problem ergab sich in Dürrezeiten. Der Preis für Vieh sank stark, wohingegen der Preis für Hirse enorm anstieg. Hinzu kommt, dass gleichzeitig Viehhändler aus dem Süden ihr Fleisch verkaufen wollten, was dazu führte, dass der Preis für Fleisch noch weiter sank. Also mussten die Nomaden noch mehr Vieh verkaufen, um überleben zu können.
Tiefbrunnen wurden gebohrt
Da es nun viel mehr Tiere gab, stieg auch der Bedarf nach Trinkwasser. Die traditionellen Brunnen konnten diesen Bedarf nicht mehr decken. Also wurden neue Tiefbrunnen gebohrt, die mit Motorpumpen betrieben wurden. Nun gab es viel mehr Wasser als vorher. Dies führte dazu, dass sich die Nomaden noch mehr Tiere zulegten.
Die Folgen:
Die Überweidung in der Sahelzone wurde ein großes Problem. Durch die hohe Anzahl an Vieh hat die Vegetation keine Zeit zum Nachwachsen. Jeder Grashalm wird abgefressen und die Ziegen reißen beim Fressen ganze Büschel mit Wurzel heraus, somit kann die Pflanze nicht nachwachsen. Die Nomaden sind in der Nähe von Wasserstellen sesshaft geworden. Aufgrund des hohen Wasserangebots haben sie ihre Herden vergrößert. Die vielen Tiere zerstören mit ihren Hufen die verbliebene Vegetation und es entsteht eine wüstenähnliche Landschaft.