Die im Sahel lebenden Menschen, genauer gesagt die in den Dörfern mit ihren Familien lebenden Kleinbauern, gehören zu den Ärmsten der Erde. Zu ihnen zählen auch die 80% der auf dem Land lebenden Bevölkerung von Mali, denn Mali ist ein typischer Sahelstaat. Die überwiegende Mehrheit seiner Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft, d.h. die Menschen arbeiten als Kleinbauern und ernähren sich von der Ernte ihrer Felder, was als Subsistenzwirtschaft bezeichnet wird.
Der Hirseanbau ist die Lebensgrundlage dieser Menschen, wobei eine einzige Ernte für die Ernährung innerhalb eines ganzen Jahres reichen muss. Der Anbau der Hirse erfolgt im so genannten Regenfeldbau. Das bedeutet, dass die Kleinbauern die Felder zunächst von Gräsern befreien, bevor sie nach dem ersten Regen Hirsekörner der letzten Ernte, die sie als Saatgut aufbewahrt haben, aussäen.
Da es sehr wichtig ist, dass nach dem Säen weiterhin Regen fällt und weil die Kleinbauern aus Erfahrung wissen, dass es nach dem ersten Regen manchmal viele Wochen trocken bleibt, warten sie mit der Aussaat häufig bis nach dem zweiten oder dritten Regen. Doch diese Taktik ist nicht ungefährlich, denn die Regenzeit ist von kurzer Dauer und eine gute Ernte erfordert nun mal eine ausreichend lange Vegetationszeit. Die Kleinbauern dürfen also ebenso wenig zu spät aussäen. Aber nicht nur die Niederschlagsmengen sondern auch die Verteilung der Niederschläge entscheiden über eine gute oder schlechte Ernte.
Bei einer schlechten Ernte sind die Speicher vor Beginn der nächsten Regenzeit leer und die Menschen haben nicht mehr ausreichend zu essen. Da die Kleinbauern zudem in der Regel über sehr wenig Geld verfügen, haben sie nicht die Möglichkeit, auf den Märkten Hirse aus anderen Regionen dazu zu kaufen. In einer solch schwierigen Zeit bleibt ihnen häufig nichts anderes übrig, als sich von Blättern, Wurzeln und Gräsern zu ernähren, wie es in Mali nach der Dürre im Jahr 2004 auch der Fall war. Während vor allem Kinder und alte Menschen an den Folgen dieser Mangelernährung starben, hatten manche Menschen jedoch auch Glück, weil sie von der Nahrungsmittelhilfe profitieren konnten.
